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Aktuelles zu Gaza

Moralischer Bankrott

Der Winter in Gaza ist auch politisch gemacht. Der Waffenstillstand kann das Leid nicht beenden.

Zum Jahresanfang 2026 herrscht in Gaza ein fragiler Waffenstillstand, doch angesichts des Winters ist von normalen Verhältnissen nichts zu spüren. Überflutete Straßen, Zelte, die keinen Schutz vor der Kälte bieten, und lange Nächte ohne Strom zeugen von einer Realität, die viele lieber ignorieren: In Gaza ist der Winter nicht nur eine natürliche Jahreszeit oder eine klimabedingte Katastrophe, sondern ein Zustand, der politisch gemacht ist – durch Restriktionen und die anhaltende Belagerung. Die Bombardierungen haben zwar aufgehört, aber die Lebensbedingungen sind dieselben geblieben, als ob der Krieg nicht beendet wäre, sondern lediglich seine Form geändert hätte.

Angesichts des Waffenstillstands ging man allgemein davon aus, dass sich die Bedingungen in Gaza automatisch verbessern würden. Heute fragt sich: Was hat sich tatsächlich geändert? Die Grenzübergänge sind nach wie vor alles andere als offen, Baumaterialien sind knapp, Stromversorgung existiert nicht, sogar humanitäre Hilfe und die Lieferung von Zelten werden behindert. Infolgedessen ist dieser Winter nicht nur wetterbedingt hart. Angesichts der politischen Restriktionen sind Kälte und Regen zu zusätzlichen Druckmitteln gegen die Bevölkerung geworden, die ohnehin schon unter außergewöhnlichen Bedingungen lebt.

Vollständiger Beitrag – IPG / Hassan Herzallah – 15.01.2026