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Aktuelles zu Gaza

Die Normalisierung von Massenmord

Von Yossi Bartal
Der taz-Journalist Nicholas Potter weist in einem Beitrag den Völkermord-Vorwurf gegen Israel zurück – mit selektiven Zahlen und fragwürdigen Quellen. Potters Beitrag steht exemplarisch für die Haltung vieler deutscher Medien, die sich der Verantwortung entziehen, Gewalt nicht zu legitimieren.

Am 9. März 2025, als die täglich von Israel gebrochene Waffenruhe in Gaza noch formal bestand, veröffentlichte das Gesundheitsministerium in Gaza auf Telegram eine aktualisierte Opferbilanz: Demnach stieg die Zahl der identifizierten Toten »israelischer Aggressionen seit dem 7. Oktober 2023« auf »48.458 Märtyrer«, die der Verletzten auf 111.897. Allein in den vorangegangenen 24 Stunden seien »5 weitere Märtyrer und 37 Verletzte in die Krankenhäuser des Gazastreifens eingeliefert« worden. Am gleichen Tag wurde von dem mittlerweile ermordeten Al-Jazeera-Journalisten Hossam Shabat auf X ein Video gepostet, das Angriffe auf Zivilisten im östlichen Gazastreifen dokumentieren soll. Die Aufnahmen zeigen schwerverletzte und tote Jugendliche, die am Straßenrand liegen.

Ebenfalls am 9. März erschien auf der Website der taz ein Artikel mit dem Titel »Definitionsmacht eines Genozids« – verfasst von Nicholas Potter, seit Juli 2024 Redakteur für Gesellschaft und Medien bei dem Blatt. Im sogenannten Kommentar, der es nicht in die Printausgabe schaffte, wird argumentiert, die Vorwürfe eines israelischen Genozids in Gaza seien »haltlos« und dienten lediglich einem »antiisraelischen Bauchgefühl« sowie der Rechtfertigung von Hass. Wer in diesem Konflikt genozidale Absichten verfolge, sei allein die Hamas. Sogar die hohe Todeszahl palästinensischer Zivilisten sei von der Organisation gewollt, um »Israel unter Druck zu setzen«…

Vollständiger Beitrag – taz – 03.04.2025