Die Militarisierung der israelischen Universitäten
Von Nissi Peli
Eine Analyse der anhaltenden und weit verzweigten Kooperation zwischen Hochschulen, dem Sicherheitsapparat und der Rüstungsindustrie in Israel
In der Universität Tel Aviv sitzt eine Gruppe uniformierter Soldatinnen auf dem Rasen vor dem Gebäude „Gilman“ der Geisteswissenschaftlichen Fakultät. Am Eingang der Mathematischen Fakultät der Hebräischen Universität in Jerusalem stehen bewaffnete Soldaten und tuscheln. Im großen Hörsaal der Universität Haifa lauschen mehrere Hundert Jugendliche gebannt dem Vortrag des Generalmajors R. über die verschiedenen Programme zur Vereinbarkeit von Bildung und Wehrdienst („Atuda“[1]) zu, die anwesende Vertreter der Universitäten in höchsten Tönen loben. Auf dem Campus des Technions, wo eine Jobbörse stattfindet, unterhalten sich zwei Student*innen der Luftfahrttechnik mit Vertreter*innen des Rüstungskonzerns Elbit Systems. An der Ben-Gurion-Universität werden gerade einige Studenten*innen von Vertretern des Auslandsgeheimdienstes Mossad angeworben. Nur einige Schritte entfernt bildet sich eine Traube um den Stand von Schin Bet, dem Inlandsgeheimdienst, wo sich Student*innen die dort kostenlos angebotenen Schokoladenstücke in ihre Hosentaschen stopfen. In den Laboren der Hebräischen Universität beugen sich Chemiker*innen über elektronische Mikroskope und analysieren die Struktur und Dicke der Schichten, die sich in ihren Objektiven zeigen – im Auftrag des Unternehmens Rafael Fortschrittliche Waffensysteme GmbH…
Vollständiger Beitrag – Rosa-Luxemburg-Stiftung, Büro Israel – 26.03.2026

