ELNET: AIPAC auf Europatour
Von Yossi Bartal
Wie ELNET amerikanische pro-israelische Lobbytaktiken nach Europa brachte
Im Oktober 2015 schickte Steve Rosen – der einer der prominentesten Israel-Lobbyisten Washingtons war – eine knappe E-Mail an Ron Prosor, Israels früheren Botschafter bei den Vereinten Nationen. Die Nachricht kam nur wenige Tage, nachdem Prosors Amtszeit zu Ende gegangen war. Rosens Anliegen war unmissverständlich: „Ron, ich versuche dich dringend zu erreichen, um dir 10.000 Dollar plus alle Spesen anzubieten, damit du nach Los Angeles kommst (…) und bei zwei Fundraising-Veranstaltungen für ELNET sprichst. Wie du vielleicht weißt, ELNET ist die Organisation, die Beziehungen zwischen wichtigen europäischen Ländern und Israel aufbaut.“ #
Prosor sagte nicht sofort zu. Rosen versuchte es erneut und erhöhte das Angebot: „Ich konnte meine Leute dazu bringen, auf 15.000 Dollar zu erhöhen. Bitte sag ja.“ Prosor lehnte schließlich mit Verweis auf seinen vollen Terminkalender ab.
Der Austausch mit Prosor – der heute Israels Botschafter in Deutschland ist – taucht in einem Leak von Zehntausenden Dokumenten aus seinem privaten E-Mail-Konto auf. Die Veröffentlichung war Teil eines größeren Datenlecks sensibler Materialien aus den Postfächern hochrangiger israelischer Politiker, das 2024 von einer selbsternannten pro-palästinensischen Hackergruppe namens Handala veröffentlicht und Journalist:innen über die gemeinnützige Whistleblower-Plattform DDoSecrets zugänglich gemacht wurde. Die E-Mails zwischen Prosor und Rosen zeigen, wie amerikanisches Geld und politische Strategien mit israelischen Politikern und Diplomaten zusammenkamen, um heimlich die einflussreichste pro-israelische Lobbyorganisation Europas aufzubauen…
Vollständiger Beitrag – theDiasporist – 27.03.2026

