Palästinensische weibliche Gefangene kündigen Forderungen an – Plan für kollektiven offenen Hungerstreik ab 1. Juli

Palästinensische weibliche Gefangene im Damon-Gefängnis übergaben der israelischen Gefängnisverwaltung ein offizielles Schreiben, in dem sie über ihre Absicht informieren, am 1. Juli einen offenen Hungerstreik zu starten, falls ihre Forderungen nicht erfüllt werden. In einer Erklärung sagte die ehemalige Gefangene Mona Qa’adan, dass 13 Gefangene den Streik starten würden, angeführt von Yasmin Shaaban, der Vertreterin der Damon-Häftlinge. Andere, die ihre Teilnahme am Streik angekündigt haben, sind Frauen, die lange Haftstrafen verbüßen, wie Shorouq Dwayyat, Amal Taqatqa, Nurhan Awad und Malak Salman. Sie stellte fest, dass alle weiblichen Gefangenen bereit sind, sich dem Streik im weiteren Verlauf anzuschließen.

Der “Streik der freien Frauen”, so der Name des Kampfes der weiblichen Gefangenen, wird sich auf eine Reihe von Forderungen konzentrieren, darunter:

• Entfernung von störenden Überwachungskameras auf dem Gefängnishof
• Verlängerung der Trainingszeit auf acht Stunden zwischen 4.00 und 16.00 Uhr
• Wiederherstellung des Übungshofes um Gefahren abzuwenden
• Eröffnung einer Bibliothek für weibliche Häftlinge und eines Klassenzimmers für Mädchen
• Ein Privatraum in der Nähe der “Kantine” (Gefängnislager) für die Zubereitung von Speisen
• Verbesserte Bedingungen für den Besuch von Familienmitgliedern
• Rückgabe beschlagnahmter Bücher und Familienfotos

Qa’adan stellte fest, dass dies einfache Forderungen sind, die jedoch für die inhaftierten palästinensischen Frauen sehr wichtig sind, und betonte ihr Recht auf Menschenwürde und ein menschenwürdiges Leben. Sie forderte alle auf, sich in diesem Kampf um die Erlangung ihrer Rechte an die Seite der weiblichen Gefangenen zu stellen. Sie haben wiederholt Forderungen gestellt und keine Erleichterung, sondern weitere Repressionen erfahren; sie sagte, dass sie keine andere Wahl hätten, als zu kämpfen, um ihre legitimen Rechte zu erlangen.

Die Botschaft der Gefangenen ist ein Aufruf an das Volk und die Massen, nicht nur an Beamt*innen und Institutionen, sich dringend zu diesem Thema zu äußern, um eine Lösung zu finden, damit es nicht notwendig ist, diesen Streik zu wiederholen, um die von den Gefangenen im Kampf erzielten Erfolge zu verteidigen, sagte Qa’adan.

Die Ankündigung erfolgt, nachdem die inhaftierte Schriftstellerin Lama Khater, 43, vom Militärgericht Ofer zu 13 Monaten Gefängnis in Israel verurteilt wurde. Khater wurde am 24. Juli 2018 aus ihrem Haus in al-Khalil entführt. Sie wurde in der Haftanstalt Ashkelon einem hartenVerhör und Mißhandlungen sowie Schlafentzug unterzogen. Khater wurde vorgeworfen, in ihren Veröffentlichungen in Social Media und in der Presse “aufgewiegelt” zu haben; ihr wurde auch die Unterstützung einer verbotenen Organisation vorgeworfen. Alle großen palästinensischen politischen Parteien sind von der israelischen Besatzungmacht verboten.

Am 11. Juni wurde die Strafe für Nurhan Awad auf 10 Jahre reduziert, als sie mit ihrer Berufung vor dem Obersten Gerichtshof Jerusalems erfolgreich war, berichtete Asra Media. Awad, 19, war erst 17 Jahre alt, als sie zu 13 Jahren Haft im israelischen Gefängnis verurteilt wurde. Sie war eines von mehreren palästinensischen Kindern, die wegen extremer Strafen verurteilt wurden, insbesondere Jerusalemer Kinder. Nurhan wurde vorgeworfen, mit ihrer 14-jährigen Cousine Hadeel versucht zu haben, einen Mann mit einer Schere zu erstechen: Ein 70-jähriger Palästinenser wurde leicht verletzt. Hadeel wurde von israelischen Besatzungssoldaten erschossen und Nurhan von zwei Kugeln getroffen. Nachdem ihre Cousine außergerichtlich hingerichtet wurde, wurde Nurhan eingesperrt.

Samidoun Palestinian Prisoner Solidarity Network ruft alle Unterstützer*innen Palästinas und des palästinensischen Volkes auf, sich der Kampagne zur Unterstützung der weiblichen Gefangenen anzuschließen. Palästinensische Gefangene waren im Laufe der Jahre an vorderster Front der Gefangenenbewegung, darunter in Form der Organisierung von mehreren Hungerstreiks, die eine wichtige Rolle bei der Sicherung der Schlüsselrechte für die Gefangenen spielten – genau die Rechte, die jetzt wieder in Frage gestellt werden. Wir fordern die Unterstützer*innen auf, Veranstaltungen und Aktionen zu organisieren, Erklärungen abzugeben und die Kampagne für Boykott, Desinvestition und Sanktionen (BDS) gegen den israelischen Besatzungsstaat aufzubauen. Palästinensische weibliche Gefangene kämpfen für Grundrechte, Würde und Gerechtigkeit – es ist wichtig, dass wir ihre Anliegen unterstützen.

Eine Übersetzung der Redaktion www.palaestina-solidaritaet.de