Bonn: Di 29.08.2017 Filmvorführung „Junction 48“

Wann:
Dienstag, 29. August 2017 – 20:30 Uhr
Wo:
WOKI-Kino Bertha-von-Suttner-Platz 1-7
53111 Bonn
Einmalige Veranstaltung des WOKI –  in Zusammenarbeit mit dem Bonner Institut für Palästinakunde

28. August 2017:  Geschäftsleitung des Bonner Kinos hat die für
morgen angekündigte Filmvorführung abgesagt

*Kontakt:*         woki@woki.de – Tel.: 0228 9768200
Eintritt: 7,00€ (6,00€ erm.) – Ticketshop

 

Liebe Freundinnen und Freunde,
sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit möchten wir Sie für den 29. August um 20:30 Uhr zu der Vorführung von Udi Alonis „Junction 48“ in das Bonner WOKI-Kino einladen.

Junction bedeutet Kreuzung – während 48 für das Schicksalsjahr der Palästinenser steht: das Jahr 1948, in dem 90% von ihnen vertrieben wurden, um Platz für Israel zu schaffen. Die in Israel lebenden Palästinenser, die dieser ethnischen Säuberung entgingen, werden daher auch 48’er-Palästinenser genannt.

Das trifft auch für den Darsteller der männlichen Hauptrolle von ‚Junction 48‘ zu: der Hip-Hop’er Tamer Nafar ist ein Palästinenser mit israelischem Pass.

Tamer Nafar gilt als der „Erfinder“ des Hip-Hops in Palästina – und der bekannte israelische Regisseur Udi Aloni folgt mit ‚Junction 48‘ seinen Spuren.

Nafar wuchs in einem von Kriminalität geprägten Viertel in Lyd – einem Eisenbahnknotenpunkt (daher ‚Junction‘) – auf, eine der wenigen gemischten Städte in Israel, in der Palästinenser neben Juden leben. Es ist ein Ort voller Gewalt, Verbrechen und Drogen in nur zwanzig Minuten Entfernung von der Metropole Tel Aviv, direkt neben dem Flughafen Ben Gurion – dem Eingangstor Israels.

In diesem herunter gekommenen, von Armut heimgesuchten Ort hat Nafar den Hip-Hop in seiner reinsten Form neu erfunden: Wut ohne Hass, mit sozialpolitischem Bewusstsein, ohne leeren Materialismus und das vor einem großen Publikum, ohne die eigenen Prinzipien zu verraten.

Nafar hat den Hip-Hop-Stil in das arabisch-muslimische Ghetto importiert und mit einem arabischen Sound und einer feministischen Botschaft in die Welt zurück exportiert.
Heute folgen weltweit Millionen von Fans Nafars Rap-Gruppe, DAM, die zwei Alben und mehrere Musikvideos veröffentlicht hat.

Nafar ist ein Vorbild für junge Araber auf der ganzen Welt – eine Generation, die auf der Suche nach neuen Werten, sowohl politisch als auch persönlich, in einer Welt, in der sich die Werte von gestern unversehens unter ihren Füssen aufzulösen scheinen.

*Die Filmstory*

Kareem führt ein zielloses Leben zwischen Hilfsjobs und seinen Kumpels, mit denen er im Araber-Ghetto in Lyd herumhängt, einer von Kriminalität geplagten, sogenannten gemischten Stadt, in der Palästinenser und Juden leben.

Eine Familien-Tragödie bringt ihn seiner Sänger-Kollegin Manar näher, die ihn dazu motiviert, etwas aus seinem Leben zu machen.

Als Kareem und seine Gruppe endlich die Gelegenheit bekommen in einem Hip-Hop-Club Tel Avivs aufzutreten, bleibt ihr Potential als „erste arabische Rapper“ nicht unbemerkt. Obwohl Kareem „Ich bin nicht politisch!“ rappt, dreht sich die Musik Kareems und der Gruppe um das harte Leben palästinensischer Jugendlicher.

Aber der Weg zum Erfolg ist steinig. Kareem und seine Gruppe müssen sich mit gewalttätigen, nationalistischen jüdischen Rappern auseinander setzen, mit der Stadt, die versucht sie aus ihrem Viertel in Lyd zu verdrängen und den Problemen ihrer mit Drogen dealenden Freunde.

Als Manars Familie sie bedroht, um zu verhindern, dass Manar weiter öffentlich mit ihnen auftritt kommt der Punkt, an dem sich Kareem entscheiden muss, ob er sich der konservativen Tradition seiner Community beugt oder sich für die Frau einsetzt, die er liebt und als Künstlerin respektiert …


Anfahrt:

mit Bus und Bahn: Haltestelle Bertha-von-Suttner-Platz, über 20 Linien halten hier!
mit dem Auto: Bertha-von-Suttner-Platz 1 in das Navi eingeben.
ohne Navi: Bonn-Zentrum, genau in der Mitte zwischen Stadthaus und der Kennedy-Brücke nach Beuel!
zu Fuß: Vom Bonner Markt über die Wenzelgasse zum Bertha-von-Suttner-Platz, ca. 3 Minuten!