Berlin: 11.10.2015 – Milliarden für den Stillstand. Die Rolle der EU im Nah-Ost-Konflikt


Wann:
Sonntag, 11. Okt. 2015
18:00 Uhr

Wo:
Brotfabrik Berlin
Caligariplatz 1, 13086 Berlin

 

Dokumentarfilm – Deutschland 2015 – 60 Minuten -R: Sabrina Dittus

In den vergangenen 22 Jahren, seit den beiden Oslo-Abkommen von 1993 und 1995, sind über 25 Milliarden US-Dollar in die besetzten palästinensischen Gebiete geflossen – dies zählt zu den höchsten Pro-Kopf-Hilfe-Einkommen weltweit.
Traditionell größter Geber ist die EU. Ihr Zweck: Aufbau eines unabhängigen demokratischen Staates Palästina, der Seite an Seite und in Frieden mit Israel existiert, dauerhafter Frieden und nachhaltige sozio-ökonomische Entwicklung. Die Bilanz nach 22 Jahren ist vernichtend. Ein Staat Palästina ist ferner denn je, und die Situation in den besetzten Gebieten in vielerlei Hinsicht schlechter als vor Oslo.

Ein Viertel der Bevölkerung lebt in Armut, die Arbeitslosigkeit liegt bei 25%. Und nur 18% des Westjordanlandes stehen heute unter alleiniger palästinensischer Kontrolle. Und die den Palästinensern zur Verfügung stehenden Wasserressourcen sind heute nicht grösser, sondern weitaus geringer als vor Oslo, trotz der Milliarden, die in den Wassersektor geflossen sind.

Nach 22 Jahren ist die Besatzung nicht beendet, sondern verhärtet, und das nicht trotz, sondern mit Hilfe der Geber, sagen Kritiker.

Der Film untersucht Geberpolitik und Hilfsprojekte und fragt nach der Rolle der EU in Nah-Ost. „Payer, no player“, Geldgeber, aber kein politischer Akteur, das ist mittlerweile ein geflügeltes Wort in den besetzten palästinensischen Gebieten, auch innerhalb diplomatischer Kreise. „Setzt der europäischen Heuchelei ein Ende“, fordert der ehemalige EU-Sonderbeauftragte für den Nah-Ost-Friedensprozess, Miguel Ángel Moratinos.

Im Anschluss an die Vorführung wird Stephan Lanz, Stadtforscher und Co-Gründer von „metrozones“, mit der Regisseurin Sabrina Dittus über die Thematik des Films sprechen.

http://www.brotfabrik-berlin.de/programm-aktueller-monat-kino.html