München: 12.03.2015 Jeff Halper – Wie weiter in Israel-Palästina?

Apartheid oder  e i n demokratischer bi-nationaler Staat?

Ort: im Theaterzelt Das Schloss, Schwere-Reiter-Str. 15, Tram 20 und 21: Leonrodplatz, Tram 12 / Bus 53: Infanteriestr.

Seminar zur Vertiefung des Themas

Zeit: FREITAG, 13.3.2015, 10.00-13.00 Uhr

Ort: DGB-Haus, Hans-und-Sophie-Scholl-Raum, Schwanthalerstr. 64 (U4/U5 Theresienwiese)

Entritt:  jeweils 5.-/erm 3,- €, beide Veranstaltungen: 8.-/erm. 4.-

Israel will keinen (gerechten) Frieden. USA und EU lassen Israel gewähren. Die Palästinenser weigern sich zu kapitulieren.

Die Zwei-Staaten-Lösung, international und von der Mehrheit der in Palästina lebenden Palästinenser akzeptiert, ist tot, stellt Jeff Halper fest.

Aber welches Ziel stattdessen?

Jeff Halper „beißt“, wie er sagt, „in den sauren Apfel“ und beginnt, sich Gedanken über eine Ein-Staat-Lösung zu machen. Die Frucht seines Nachdenkens:

Ein Drei-Stufen-Konzept, dessen erster Schritt  e i n demokratischer bi-nationaler Staat sein soll. Aber nicht isoliert. Die ganze Region muss – in einem zweiten Schritt – mit einbezogen werden.  Zunächst in Form einer Wirtschafts-Union.

Einmünden soll das Ganze letztendlich in eine basis-demokratisch organisierte „Konföderation der Kulturen und Völker“, in der – entsprechend der multikulturellen und multiethnischen Tradition der Nahost-Region – alle kulturellen, religiösen, nationalen, politischen Gruppierungen ihren Platz haben, gleichberechtigt sind und  in entsprechenden demokratischen Strukturen einen konstruktiven Umgang mit ihren Verschiedenheiten lernen.

Eine starke Vision.

Bleibt nur die Frage: Wird es möglich sein, die Völker der Region zum Mitmachen zu bewegen? Warum etwa sollte sich Israel von seiner kolonialistischen  Vision der Herrschaft über ganz Palästina verabschieden wollen?

Der Abend verspricht spannend zu werden. Gut, dass am nächsten Vormittag noch Gelegenheit ist, mit Jeff die Einzelheiten des von ihm vorgeschlagenen Konzepts und offene Fragen in Ruhe zu besprechen, oder Ihn nach seiner Einschätzung der momentanen Situation in Palästina-Israel zu befragen. Man trifft nicht oft mit so einem klugen und kompetenten Nahost-Fachmann zusammen.

(Ich denke, es ist durchaus möglich, am Seminar mit Gewinn teilzunehmen, auch wenn man den Vortrag am Abend vorher versäumt hat.)

Jeff spricht englisch. Es wird alles übersetzt.

Wie immer gibt es ein paar Texte, mit deren Hilfe Sie sich auf die Veranstaltungen mit diesem bemerkenswerten Mann aus Jerusalem einstimmen können. Einen Text von ihm, „Die Globalisierung Gazas“ habe ich seinerzeit mit der Einladung zum FORUM über den Bericht des Russell-Tribunals zum jüngsten Gaza-Massaker  verschickt.

Herzliche Grüße

Eckhard Lenner

SALAM SHALOM  Arbeitskreis Palästina-Israel e.V. München