„Die Nakba – Flucht und Vertreibung der Palästinenser 1948“

Erklärung zur Diffamierungskampagne gegen geplante Nakba-Ausstellung in der Montessori-Fachoberschule in München

Der Verein Flüchtlingskinder im Libanon e.V. protestiert mit Nachdruck gegen die konzertierte Diffamierungskampagne gegen die in der Montessori-Fachoberschule geplante Wanderausstellung „Die Nakba – Flucht und Vertreibung der Palästinenser 1948“, die der Verein in 2008 mit Förderung durch den Evangelischen Entwicklungsdienst und die Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit des Landes Baden-Württemberg erstellt hat. Die Ausstellung wurde seitdem von Zehntausenden Besuchern in 100 Orten, ganz überwiegend in Deutschland, gesehen.
Sie wurde in Volkshochschulen, Stadtbüchereien, Kirchengemeinden, alternativen Ausstellungsräumen, Schulen und Hochschulen gezeigt. 50 namhafte Vertreter aus Gesellschaft, Politik, Kirche, Medien und Kultur unterstützen das Anliegen der Ausstellung. Zu weiteren Informationen und zum Inhalt der Ausstellung siehe: http://www.lib-hilfe.de/fakten_ausstellung.html

Beginn der Kampagne in München war ein am 21.11. in der Jüdischen Allgemeinen erschienener, die Wahrheit verzerrender Artikel über ein Schreiben des Ministeriums für Kultus, Jugend und Sport des Landes Baden-Württemberg an den Verein. In dem Schreiben werden der Ausstellung und ihrem Begleitheft bescheinigt, dass sie „gerade auch im Sinne des Beutelsbacher Konsens zur politischen Bildung einen Beitrag darstellen, die unterschiedlichen Positionen zum Nahostkonflikt zu illustrieren und der Öffentlichkeit ins Bewusstsein zu rufen.“ http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/17655
Die Gegendarstellung des Vereins „Richtigstellung_Jüdische_Allgemeine“ 131122_Richtigstellung_JüdischeAllgemeine-1 wurde nach unserer Kenntnis ebenso unterschlagen wie ein Leserbrief dazu von der Jüdischen Stimme für gerechten Frieden in Nahost e.V.

Folgende Gruppen und Organisationen haben sich bisher auf polemische, unsachliche und die Veranstalter bedrohende Art und Weise zu Wort gemeldet:

Deutsch-Israelische Gesellschaft München:
http://www.dig-muenchen.de/stellungnahme-der-dig-muenchen-zur-geplanten-nakba-ausstellung-in-muenchen

Grüne Jugend München:
http://www.gjm.de/keine-buehne-fuer-geschichtsrevisionismus-nakba-ausstellung-in-der-montessori-fachoberschule-muenchen-absagen/

Pro-Israel-Gruppierung Am Echad München:
http://www.amechad.de/index.php/pressemitteilungen/articles/pm-03-amechad-kritisiert-nakba-ausstellung-an-montessori-schule.html

Leo Sucharewicz von der Gruppierung I like Israel:
http://www.il-israel.org/Leo.htm
(Seine Email an die Schule Leo_Sucharewicz)

Leider hat sich jetzt auch Charlotte Knobloch von der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern mit einem Schreiben an die Schule gewendet.

Mit der Kampagne soll offenbar erreicht werden, dass jede Schule, die es auch nur in Erwägung zieht, die Ausstellung im Unterricht zu verwenden, schon im Vorfeld in Angst und Schrecken versetzt wird. Hier wird auf eine jedes Maß übersteigende Art und Weise ein von durchsichtigen Interessen geleiteter politischer Druck auf die pädagogische Unabhängigkeit einer Schule ausgeübt. Der Schule zu unterstellen, sie sei nicht willens oder in der Lage, die in der Ausstellung dargestellte palästinensische Sichtweise auf die Zeit um 1948 den Schülerinnen und Schülern verantwortungsvoll in einem Gesamtzusammenhang zu vermitteln und sie der Förderung von Antisemitismus zu bezichtigen, ist unerträglich. Die Kampagne beschädigt zudem das Recht auf freie Meinungsäußerung und ist damit zutiefst antidemokratisch.

Trotz häufiger ähnlicher Angriffe in der Vergangenheit haben die Veranstalter immer ein positives Resümee gezogen. Fruchtbare und konstruktive Diskussionen waren das Ergebnis der Ausstellung. Um die stereotypen Unterstellungen, willkürlichen Behauptungen und Lügen zu entkräften, hat der Verein eine Erwiderung verfasst, die als Anhang[pdf] beigefügt ist (“Argumente zur Kritik“). Kritik an der Ausstellung und Diskussion über sie sind selbstverständlich erwünscht, ja geradezu ein Anliegen der Ausstellung. Verleumdung und Hetze gegen sie aber weisen wir entschieden zurück.

Kritik an der Ausstellung und Diskussion über sie sind selbstverständlich erwünscht, ja geradezu ein Anliegen der Ausstellung. Verleumdung und Hetze gegen sie aber weisen wir entschieden zurück.

Ingrid Rumpf, 1. Vorstand
Flüchtlingskinder im Libanon e.V.
www.lib-hilfe.de